Unter Fachkräften versteht man der reinen Definition nach all diejenigen Personen, die ihre Berufsausbildung erfolgreich absolviert und sich somit spezielle Fachkenntnisse angeeignet haben. Während es noch vor 30 Jahren genügte, eine erfolgreich abgeschlossene Berufsausbildung in der Tasche zu haben, setzten sich nur wenige Jahre später Universitätsabsolventen an die Top-Platzierungen auf dem Arbeitsmarkt. Mittlerweile gibt es jedoch unzählige weitere Optionen zur Weiterbildung und Qualifizierung, die dafür sorgen, dass sich ausgebildete Fachkräfte in bestimmten Bereichen spezialisieren und somit von der Konkurrenz abheben. Doch was genau macht Fachkräfte aus? Welche Spezialisierungen gibt es für welche Branchen? Was bringen Fachkräfte für das eigene Unternehmen und wo findet man sie? Wir haben die wichtigsten Informationen rund um das Thema Fachkräfte für Sie zusammengefasst.

Was genau machen Fachkräfte aus?

Die Bezeichnung „Fachkraft“ ist nicht geschützt und definiert daher keineswegs einen bestimmten Grad ab Kenntnis oder Bildung. Als Fachkraft wird daher per Definition jemand bezeichnet, der aufgrund ihrer fachlichen Ausbildung, Kenntnisse und Erfahrungen die ihr übertragenen Aufgaben beurteilen und ordnungsgemäß ausführen kann. Dabei hat die Fachkraft Kenntnis aller relevanter Normen und Gefahren, die mit ihrer Tätigkeit verbunden sind. Fachkräfte gibt es in nahezu jedem Bereich, angefangen bei handwerklichen Berufen über kaufmännische Tätigkeiten bis hin zu künstlerischen, wissenschaftlichen oder technischen Berufen. Grundsätzlich ist jeder, der eine Berufsausbildung oder ein Studium erfolgreich abschließt, eine Fachkraft. Da es jedoch innerhalb der Berufssparten diverse Differenzierungen und Spezifikationen gibt, gelten im Sprachgebrauch mehr und mehr diejenigen Menschen als Fachkräfte, die zusätzlich zu ihrer Ausbildung oder ihrem Studium spezielle Weiterbildungen absolviert haben.

Weiterbildungen können dabei sowohl höherrangige Abschlüsse innerhalb des gleichen Berufsfeldes als auch zusätzliche Kurse, Trainings und Spezialisierungen auf einem anderen Gebiet sein. Die Fachkraft zeichnet sich also durch die Gesamtheit ihrer Kenntnisse, Erfahrungen und Fähigkeiten aus. Aus einem Maler kann also einerseits ein Malermeister, andererseits auch zum Technischen Fachwirt werden. Eine ausgebildete Kauffrau könnte beispielsweise per zusätzlichem Studium zur Marketing-Expertin oder zur Controlling-Fachfrau werden.

Welche Möglichkeiten der Spezialisierungen gibt es für Fachkräfte?

In nahezu jeder Sparte gibt es mittlerweile Weiterbildungsmöglichkeiten. Ob als Meister, Techniker, Fachwirt oder per Studium – die Auswahl an anerkannten Spezialisierungen ist groß. Darüber hinaus sind es oftmals jedoch auch andere Qualifikationen, die eine Fachkraft ausmachen: dies können sowohl so genannte Soft Skills als auch Kurse, Seminare oder Workshops sein, die jemand erfolgreich absolviert hat. Zu den Soft Skills gehören beispielsweise Eigenschaften wie Zuverlässigkeit, Pünktlichkeit und die Fähigkeit, allein wie auch im Team erfolgreich arbeiten zu können. Weiterhin erhöhen Zusatzkurse, Fernstudien und Lehrgänge die Chancen auf attraktive Stellen, da sie das Alleinstellungsmerkmal eines Bewerbers deutlich steigern. Zusatzqualifikationen gewinnen heutzutage immer mehr an Bedeutung – sowohl für Arbeitgeber als auch für Arbeitnehmer. Sie machen oftmals den Unterschied zwischen Bewerbern aus, die ansonsten ähnliche oder gar gleiche Qualifikationen aufweisen. Je tiefer oder individueller die zusätzlichen Kenntnisse im selben oder auch in einem ganz anderen Bereich sind, desto mehr hebt sich ein Bewerber von den anderen ab.

Was bringen Fachkräfte dem eigenen Unternehmen?

Wer als Unternehmer auf Fachkräfte zurückgreift, kann sich sicher sein, dass der entsprechende Mitarbeiter über fachliche Kenntnisse und fundiertes Know-how verfügt. Dies sichert dem eigenen Unternehmen Kompetenz und stärkt zugleich die Position gegenüber der Konkurrenz. Je versierter ein Mitarbeiter ist, desto flexibler lässt er sich für verschiedene Tätigkeiten einsetzen. Besonders in kleinen und mittelständischen Unternehmen sind flexible Einsatzmöglichkeiten von Bedeutung – etwa, wenn Kollegen krank sind oder Urlaub haben. Außerdem sichern Fachkräfte die Wettbewerbsfähigkeit, bringen Innovationen und fördern das Wachstum des Unternehmens wie auch der Wirtschaft. Fachkräfte gelten als elementare Wirtschaftsfaktoren, die die Leistung unserer Wirtschaft steigern und somit das Land ökonomisch stärken. Vor allem in Bereichen wie dem Handwerk, dem Gesundheitswesen oder den so genannten MINT-Berufen (Mathematik, Naturwissenschaft und Technik) droht mehr und mehr ein Fachkräftemangel, der sich für entsprechende Firmen wirtschaftlich betrachtet nachteilig auswirken kann.

Wie gewinnt man Fachkräfte für sein Unternehmen?

Die Nachfrage nach Fachkräften steigt immer mehr. Viele Unternehmen setzen auf das Know-how und die Expertise gut ausgebildeter Fachleute, um sich bestmöglich auf dem Markt zu positionieren. Die Auswahl an hochqualifizierten Fachkräften sinkt jedoch kontinuierlich, sodass es bereits jetzt schwierig sein kann, geeignete Fachkräfte für sein Unternehmen zu finden. Um dennoch qualifizierten Nachwuchs zu finden und für sich zu gewinnen, bedarf es mitunter außergewöhnlicher Maßnahmen. Ein Mix aus zielgerichteten Marketingaktivitäten spielt dabei eine zentrale Rolle, um potenzielle Bewerber anzusprechen. Neben der eigentlichen Ausschreibung und der zu besetzenden Stelle braucht es heutzutage oftmals weit mehr als nur eine gut formulierte Stellenanzeige: Um vakante Positionen mit versierten Fachkräften zu besetzen, müssen Unternehmen den Bewerbern in der heutigen Zeit neben einem leistungsgerechten oder sogar überdurchschnittlichen Gehalt attraktive Zusatzleistungen und einen starken Halt als Arbeitgeber bieten.

Denn nur, wenn Fachkräfte der Meinung sind, der potenzielle neue Arbeitgeber biete ihm oder ihr auch langfristig einen sicheren Job mit abwechslungsreichen Tätigkeiten und einer attraktiven Vergütung, wächst das Interesse von Bewerbern. Ein gutes Employer Branding, also eine gute Außendarstellung des Unternehmens als Arbeitgebermarke, kann zusätzlich die Gewinnung von Fachkräften positiv beeinflussen. Gut ausgebildetes Fachpersonal erwartet von seinem zukünftigen Arbeitgeber neben einem attraktiven Gehalt sowohl Loyalität und Fairness. Weiterhin ist das Interesse an Weiterbildungsmöglichkeiten innerhalb eines Unternehmens enorm gestiegen. Und so ist es nicht verwunderlich, dass Fachkräfte gezielt einen Arbeitgeber auswählen, der ihnen solche Möglichkeiten der in- oder externen Weiterbildung bietet. Diese kann beispielsweise in Form von In-House-Trainings oder Seminaren stattfinden, doch auch individuelle Weiterbildungsbudgets zur freien, externen Verfügung sind denkbar.

Wo findet man Fachkräfte?

Fachkräfte, die gerade erst ihre Berufsausbildung oder ihr Studium beendet haben, findet man an berufsbildenden Schulen sowie an Hochschulen und Universitäten. Dort sind gezielte Ansprachen der gewünschten Zielgruppe nahezu ohne Streuverluste möglich, was die Chancen, hochqualifizierte Fachkräfte für sein Unternehmen zu finden, deutlich erhöht. Eine weitere Möglichkeit bieten diverse digitale Medien, allen voran das Internet, inklusive der sozialen Medien. Mit knapp 63 Millionen im Jahr 2019 ist die Zahl der Internetnutzern in Deutschland enorm hoch: Bei einer Bevölkerung von aktuell knapp 83 Millionen nutzen etwa drei Viertel aller in Deutschland lebenden Personen das Internet, um sich zu informieren, Jobs zu suchen oder in Kontakt mit anderen Menschen zu bleiben.